Nord-Vietnam - Fotoreise

 

Das wir dieses Jahr noch ein weiteres Mal nach Südostasien und ein 2. Mal nach Vietnam reisen würden, hätten wir nach unserer Rückkehr aus Vietnam auch nicht gedacht. Aber als uns Etienne der Gründer von Hoi An Photo Tours und Pics of Asia Anfang April fragte, ob wir nicht auf die 8 tägige Fotoreise in die Berge Nordvietnams mitkommen wollten, war unser Interesse geweckt. Zwar musste der erst doch sehr hohe Preis ein wenig verhandelt werden, als dann aber noch feststand, dass auch Fred, die Tour begleiten würde, Stand unser Entschluss fest. Fred hatte als 2.Fotograf und ruhender Pol schon unsere 3 tägige Tour in Hoi An im März begleitet und zusammen mit Etienne für ein breites Fotowissen und vor allem viel Spaß gesorgt. 



13.09. & 14.09.2019 - Mit Turkish Airlines nach Hanoi

 

 

Am 13.September nach einem letzten halben Arbeitstag ist es dann soweit, die Koffer sind gepackt, die Fotoausrüstung vorbereitet und so fahren wir in aller Ruhe am frühen Nachmittag in Richtung Düsseldorf Flughafen. Wir fliegen dieses Mal mit Turkish Airlines via Istanbul nach Hanoi und obwohl wir rechtzeitig da sind hat sich am Check-In schon eine beachtliche Schlange gebildet. Da der Flieger eine Stunde Verspätung hat können wir trotzdem in aller Ruhe einchecken, ein letztes kühles Warsteiner trinken und bei untergehender Sonne nehmen wir dann Kurs auf die Türkei. Istanbul ist nach 2 Stunden erreicht und um 2 Uhr in der Nacht geht es weiter nach Hanoi. Der A320 hat an den Seiten 2´´ er Sitze und so vergehen die 9 Stunden nach Vietnam ganz angenehm. Pünktlich um 16 Uhr am Samstagnachmittag landen wir. Einreise, Gepäck holen und Geldtausch sind ebenfalls zügig erledigt und wir werden wie erwartet und von unserem Privattransfer außerhalb des Flughafens und bei tropisch warmen 34 Grad erwartet. In der Dämmerung erreichen wir unser Hotel in der Altstadt und so lassen wir den langen Anreisetag bei einem leckeren Banh Mi Baguette und einem Cocktail mit Blick auf die Kathedrale von Notre Dame ausklingen. Es fühlt sich an, als wären nie weggewesen.


15.09.2019 - Reispapier und versteckte Tempel

 

 

Da unsere Fotoreise erst am Montag bzw. mit einem Welcome Dinner am Sonntagabend beginnt, hat uns unsere Partneragentur 2 Fotoausflüge für den Sonntag organisiert. Somit stehen wir am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr schon wieder in den Startlöchern und werden von Chyuen einem deutschsprachigen Foto-Guide begrüßt. Wir verlassen Hanoi in Richtung Norden, schlürfen zum Frühstück eine typische Pho-Nudelsuppe am Straßenrand und erreichen anschließend ein kleines Dorf außerhalb der Großstadt. Neben dem Treiben auf dem lokalen Markt, werden in diesem von Touristen noch unberührten Ort die Reispapierblätter für die Frühlings- und Sommerrollen hergestellt und auf Bambusgerüsten getrocknet. Die Gerüste schmücken die kleinen Gassen überall und bieten großartige Fotomotive. Nach einer Mittagspause in Hanoi geht es am Nachmittag noch einmal in östlicher Richtung aus der Stadt. In einem weiteren kleinen Dörfchen erwartet uns eine weitläufige Tempelanlage im vietnamesisch-chinesischen Stil, die mit Ihrer Gartenanlage und den vielen kleinen Details unzählige Motive bietet. Zurück in Hanoi treffen wir in der Hotel-Lobby auf Etienne und Fred, die uns herzlich empfangen, sowie auf unsere Mitreisenden Philipp aus Singapur und Anna aus Australien. Amy aus den USA, die allerdings in Saigon lebt, stößt erst beim Welcome Dinner dazu. Bei einem kühlen Hanoi Bier erfahren wir Details über die kommenden Tage, sprechen über unsere Erwartungen und müssen uns der Herausforderung von frittiertem Heuschrecken Salat stellen. Die letzten Reste, dieser durchaus essbaren Tierchen spülen wir dann noch an einem der typischen Straßen-Bierstände hinunter und sind gespannt, was die nächsten Tage so bringen werden.


 

16.09.2019 - Zwischen Räucherstäbchen & Auf in die Berge

 

 Bevor es für uns am heute komplett aus Hanoi rausgeht, machen wir in aller früh einen Abstecher in die südlichen Vororte Hanois und erleben hier direkt eines der Highlights unserer Tour. In den vielen kleinen Gassen und Hinterhöfen werden Räucherstäbchen hergestellt und so können wir mit unseren Objektiven den unterschiedlichen Schritten der Herstellung hinterher jagen, angefangen vom Schnitzen der Bambusstäbchen, über das Färben bis hin zum Aufstellen der Knallroten Bündel damit sie in der Sonne trocknen. So etwas hat man bisher nur in irgendwelchen Hochglanz-Bildbänden gesehen, was ein Erlebnis. Nach dem Mittagessen geht es dann endgültig aus Hanoi hinaus und jetzt heißt es vor allem Kilometer machen, denn wir wollen schliel6ich in die Bergwelt des Nordens bis hinauf an die Grenze nach China. Bereits in der Dunkelheit erreichen wir unser erstes, sehr einfaches Hotel in Bac Ha und beenden den Abend zeitig, denn Morgen heißt es wieder früh aufstehen.


17.09.2019 - Matsch, Markt und Muong Hum

 

 Als wir heute um 6 Uhr starten, erwartet uns Regen, der auch nach unserer Fahrt zum wöchentlichen Markt der Bergvölker nicht aufhört. Da es aber trotzdem nicht kalt ist, sind kurze Hosen und Flip Flops, sowie eine Tüte zum Schutz der Kameras ausreichend und nach kurzer Zeit stehen wir bis zu den Knöcheln im Matsch, zwischen den buntgekleideten Hmong, bunten Gemüseständen, dampfenden Garküchen und zum krönenden Abschluss auf dem Büffelmarkt. Eine weitere Fahrt bringt uns durch den Ort Lao Cai (Grenze zu China) und tiefer in die von Schluchten, Wasserfällen und Reisfeldern geprägte Bergwelt nach Muong Hum, wo wir ein ganz neues Homestay beziehen. Am Nachmittag erkunden wir die Täler um Muong Hum, auf der Suche nach Motiven. Motorräder am Straßenrand sind meist ein gutes Zeichen und so ist es auch diesmal, denn nachdem wir einen kleinen Pfad erklimmen, stehen wir in Mitten eine Gruppe von Bauern, die gerade dabei sind, den erntereifen Reis von Hand zu schneiden. Ein paar Worte auf Vietnamesisch von Etienne und Fred und schon sind alle in voller Aktion und folgen den Anweisungen der Beiden: mehr von oben, geh tiefer in die Knie, nutz das Gegenleicht, warte den richtigen Moment ab. Nach einer halben Stunde voller Aktion sind einmalige Motive eingefangen und wir wieder einmal Schweiß gebadet. Ein paar weitere Grüppchen von Bauern erspähen wir noch, bevor uns ein reißender Fluss vor dramatischer Bergkulisse als Sonnenuntergangsmotiv dient. Nach einer Dusche leckerem hausgemachtem Essen und dem obligatorischen Reisschnaps (gerne auch mal mit ein bißchen Honig & Opium gemischt) klingt ein erlebnisreicher Tag in lustiger Runde aus.


18.09.2019 - Nördlicher geht es nicht mehr...

 

 Heute frühstücken wir wieder lokaltypisch auf dem Dorfmarkt, den wir anschließend mit gedrücktem Auslöser erkunden. Dann bringt uns eine holprige Fahrt weiter nördlich nach Y Ty, dem nördlichsten Punkt Vietnams mit Blick auf die gegenüberliegende chinesische Bergwelt. Y Ty ist ein kleines verschlafenes Nest, das vor allem durch die Landwirtschaft, vor allem dem Reis geprägt ist. Auch unsere Erkundungstour am Nachmittag bringt uns über matschige und rutschige Pfade tief hinein in die Reis-Terrassenlandschaft. Und wieder dauert es nicht lange, bis wir die ersten Reisbauern, diesmal vom Stamm der Roten Dzao, bei der Arbeit entdecken und da man auf diesen Fotoreisen nicht pingelig sein darf, liegen wir nach kurzer Zeit im Reisstroh vor den Einheimischen und fangen die vielen aktionsreichen Motive ein. Als Ausgleich dient dann so manch schöner Ausblick auf die Terrassen und Berge, der natürlich auch nicht auf der Speicherkarte fehlen darf. Am späten Nachmittag zieht Regen auf und so machen wir nach einer warmen Dusche im Homestay eine erste gemeinsame Bilderbewertung. Neben der typischen vietnamesischen Bergwelt Küche, gibt es dann noch ein weiteres kulinarisches Highlight, einen frittierten Bambuswurm, der Reisschnaps danach dient natürlich nur zur Sicherheit und zur Verdauung.


19.09.2019 - Mit den Füßen im Fluss bei der Landschaftsfotografie

 

 In der Nähe von Y Ty thront auf einer kleinen Bergkuppe ein kleines Dorf der Roten Dzao, dass es zunächst heute Vormittag zu erkunden heißt. Zum einen kann man hier noch die typische Lehmbauweise an den Häusern sehen und wenn man sich ein wenig Zeit und Muße nimmt, wird man auch schnell mal von einer der in meist schwarz gekleideten älteren Damen in ihr Haus eingeladen. Hier ist das Arbeiten mit der Kamera eine besondere Herausforderung, denn drinnen gibt es kaum Licht und die Wände sind von den offenen Feuern dunkel gefärbt. Nachdem die erste Scheu gefallen ist und mit Hilfe der Sprachkenntnisse unseres lokalen Guides Hoa, der uns auch die 8 Tage begleitet, wird viel gelacht und es entstehen einige unverhoffte Schnappschüsse.

 

Zurück geht es nun wieder die Holperpiste nach Muong Hum, wo wir in unserem vorherigen Homestay zu Mittag einkehren, bevor es on gut 2 Stunden weitergeht nach Than Uyen, einem weitgezogenen Bergtal und die Heimat der Thei. Da wir hier zum ersten Mal 2 Nächte bleiben, können wir uns am Nachmittag in aller Ruhe der Landschaftsfotografie widmen und die spitzen Felsnadeln vor dem reißenden Fluss in dem wir selber mit den Füßen stehen auf unsere Speicherkarten bringen. Gerade rechtzeitig bevor Nebel und Regen ins Tal zieht lösen wir das letzte Mal aus und beziehen dann unser uriges Homestay, ein Holzhaus aus Stelzen. Der Abend bringt wie immer gutes Essen, kaltes Bier, Reisschnaps und zusätzlich ein paar hilfreiche Lektionen in der Bildbearbeitung mit Lightroom. 


20.09.2019 - Entspannte Bilddiskussion & Dorfleben im Sucher

 

 

Der heutige Vormittag läuft etwas ruhiger an, wir können mal ein Stündchen länger schlafen in Ruhe frühstücken und dann machen wir bis zum Mittagessen eine erste große Bildbesprechung. Für erstaunlich viele Bilder gibt es Lob und kleine Verbesserungsvorschläge, aber auch bei Kritik sollte man nicht empfindlich sein, immerhin sind wir ja hier, um etwas zu lernen und uns zu verbessern.

 

Hat es heute Morgen noch ein wenig geregnet, so kommt pünktlich zum Start unserer Wanderung am Nachmittag die Sonne raus und der Himmel reißt komplett auf. Jeder von uns lässt sich nun in seinem eigenen Tempo durch das Tal und die kleinen Dörfer treiben. Viel Alltagsleben spielt sich bereits entlang des Hauptweges ab, sei es ein Feld, das von Hand gepflügt wird, die Dorfältesten, die vor Ihren Türen sitzen und natürlich die vielen Kinder, für die auch wir immer ein Highlight sind, dass mit viel Kichern und Lachen empfangen wird. Wenn man sich so treiben lässt und auf Motivsuche ist vergeht die Zeit erst recht wie im Fluge und so kommen wir gerade pünktlich bevor der nächste Regen ins Tal zieht am gemeinsamen Treffpunkt wieder an. Ein weiterer geselliger Abend in unserem schönen Homestay wartet nun auf uns und nach getaner Arbeit natürlich ein schönes kaltes Hanoi Bier.


21.09.2019 - Auslösen im Staub der Reisernte

 

 

Ein weiterer Vormittag an dem wir es ruhig angehen lassen können. Nach dem Frühstück haben wir noch einmal Zeit auf eigene Faust das kleine Dorf in dem sich auch unser Homestay befindet zu erkunden, bevor wir dann wieder unseren Bus besteigen und pünktlich zum Mittagessen Ta Giang Phinh erreichen.

 

Am frühen Nachmittag starten wir zu einer neuen Motivsuche in die Umgebung von Ta Giang Phinh, dessen Hügel und Täler abwechselnd von Reisterrassen und endlosen Teeplantagen überzogen sind, eine wie ich finde ganz besondere Kombination. Wie immer sind wir natürlich auf der Suche nach Aktion und es dauert auch nicht lange, da entdecken wir mehrere kleine Grüppchen von Bauern, die mit der Reisernte beschäftigt sind. Ehe wir es uns versehen stehen wir zwischen den herzlich lachenden Arbeitern und die Auslöser stehen nicht mehr still. Als dann die Maschine, die die Reiskörner von den Halmen trennt, zum Einsatz kommt begeben auch wir uns Mitten hinein ins Geschehen. Uli steht mit Fred direkt in dem Strahl der Reishalme, die die Maschine ausspuckt und Amy und ich legen uns in den Staub vor den herausfliegenden Reiskörnern, um möglichst viel Aktionismus einzufangen. Bei den Teepflückerinnen, die wir anschließend in einer Teeplantage entdecken, geht es dann etwas ruhiger zu, zumindest so lange, bis sich Uli als Teestrauch tarnt und die Pflückerinnen aus dem Lachen gar nicht mehr rauskommen.

 

Nach einem so aufregenden Nachmittag freuen wir uns auf eine reinigende Dusche und ein kühles Bier bei der anschließenden 2. Fotobesprechung.


22.09.2019 - Unter Teepflückern & magische Reisterrassen

 

 

Pünktlich zum Sonnenaufgang entdecken wir ein riesiges Teefeld vor den Toren der Stadt, in dem sich ungefähr 50 Teepflücker tummeln. Nun heißt es wieder „Get your Shot“ und das ist vor der Bergkulisse im warmen Licht der Morgensonne gar nicht so schwer. Eine besondere Herausforderung sind dann die schummerigen Lichtverhältnisse in der kleinen Fabrik am Rande der Plantage, die den Tee weiterverarbeitet. Zurück in der Stadt gibt es mal wieder eine Pho Nudelsuppe in der Straßenküche, schnell eine Dusche im Hotel und dann geht unsere Reise auch schon weiter.

 

Um die Mittagszeit erreichen wir unser letztes Homestay auf dieser Reise in den malerischen Berghängen von Than Uyen. Gestärkt von der leckeren Hausmannskost unseres Homestays starten wir am Nachmittag zu einem gut 5 stündigen Trek entlang kleiner Lehmpfade durch Reisterrassen, soweit das Auge reicht. Immer wieder treffen wir auf Bauern bei der Ernte, kleine Dörfer entlang des Weges, bis dann pünktlich zum Sonnenuntergang der Aussichtspunkt über den kunstvoll geschwungenen Terrassenlandschaft erreicht ist. Eine rasante Motorradfahrt bringt uns zurück ins Homestay und bei Reisschnaps und kaltem Bier läuten wir unseren letzten Abend und die ersten finalen Bildbesprechungen ein.


23.09. & 24.09.2019 - Und schon heißt es wieder Abschied nehmen

 

 

Am Vormittag haben wir noch einmal Zeit für einen kleinen Spaziergang durch das kleine Dorf um unsere Unterkunft herum und wir entdecken tatsächlich noch mal einen sehr schönen Foto Spot, ein älteres Ehepaar, dass im Schatten vor Ihrem Holzhaus, den Reis von der Spreu trennt.

 

Tja und dann heißt es auch schon Kurs nehmen auf Hanoi, denn heute ist schon wieder der letzte Tag unserer Fotoreise in Nordvietnam. In 6 Stunden fahren wir raus aus den Bergen, machen die letzten finalen Bildbespechungen und bereits in der Dämmerung erreichen wir den Stadtrand von Hanoi. Hier müssen wir die anderen, die noch eine weitere Nacht hierbleiben, verlassen. Nach vielen Umarmungen und dem Versprechen, dass dies sicherlich nicht die letzte Tour mit Pics of Asia gewesen sein wird, steigen wir in ein Taxi und begeben uns auf direktem Weg zum Internationalen Flughafen. Nach dem Check-In freuen wir uns nach so viel vietnamesischer Küche dann doch auf einen Burger und Pommes. Das Boarding ist pünktlich und so erreichen wir nach 10 Stunden Flug am frühen Dienstagmorgen Istanbul und dann nach 3 weiteren Stunden um 9.30 Uhr wieder Düsseldorf. Hier schließt sich der Kreis unserer fantastischen Fotoreise bei der wir unser Wissen wieder einmal ein ganzes Stück weitergebracht haben und bei der wir vor allem auch wieder ganz viel gesehen, erlebt und gelacht haben.


Kommentare: 1
  • #1

    Nico (Sonntag, 06 Oktober 2019 21:29)

    Huhu wie schon gesagt, einfach toll �wunderschöne Aufnahmen, sowie die interessanten Geschichten dazu. Es macht einfach Spaß es mit zu erleben � lb gr ��